An(ge)dacht

Abschiedsmomente, unwider-ruflich, überschrieben mit einem großen: „Nie wieder“. Nie wieder einander in die Augen sehen. Nie wieder Worte wechseln. Fragen, die ohne Antwort bleiben. Was bleibt? Wohin mit der Liebe, die noch gelebt werden wollte und will? Wohin mit den Worten, die gesagt und den Gesten, die gezeigt werden wollen? Die Passionszeit mit seinem Höhepunkt am Karfreitag erinnert an die Endgültigkeit des Lebens, und daran, dass auch Jesus am Kreuz gestorben ist. Der Monatsspruch für April führt uns vor Augen, wie Jesus Abschied nimmt. Er tröstet seine Jüngerinnen und Jünger, bevor er sie für immer verlässt: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt Ende“. 
Das wird ihre Trauer nicht verschwinden lassen. Sie ist weiterhin spürbar, da Jesus nun leiblich nicht mehr anwesend ist. Die Trauer lässt sich nicht überspringen. Aber Jesus weist einen Weg, wie sie sich überleben lässt. Ich bleibe, sagt er, auch, wenn ich gehe. Auf eine andere Weise bin ich dann nah, bin trotzdem bei euch. Ich bin da, wenn ihr miteinander esst und euch an mich erinnert. Und eure liebevollen Worte, eure zärtlichen Gesten: sie müssen nicht ins Leere gehen. Sie werden in euch wachsen und dann warten andere Menschen auf sie.
Schon manches Mal habe ich gespürt, wie ein Mensch nah ist, auch, wenn er gegangen ist. Was er mir bedeutet hat, bleibt in mir. Immer noch kann ein Wort trösten, das er gesagt hat. Immer noch spüre ich seine Hand stärkend auf meiner Schulter. Dann ist es, als sei er noch einmal da.
„Ich bin bei euch alle Tage“: Der Himmel, den Jesus mit sich brachte, bleibt. Mitten unter uns. Tröstend und stärkend. Die Hoffnung, die er in den Herzen geweckt hat, bleibt. Die Liebe, die er vorgelebt hat. Der Himmel, die Hoffnung, die Liebe - sie sind darauf angewiesen, dass wir sie mit Worten und Gesten weitertragen. Mit Jesus, bis an das Ende der Welt.
Herz