An(ge)dacht

Roseli

Worte sind geladene Pistolen – das hat der Philosoph Jean Paul Sartre gesagt. Ja, Worte können viel. Sie können trösten, aufbauen und ermuntern, aber leider auch  verletzen, sogar töten. Wer hat das noch nie in einem Streit erlebt?

In vielen Bereichen des  öffentlichen Lebens wird die Sprache aggressiver, härter, fordernder und lauter. Auch vor Schule und Kindergarten macht dieser Trend keinen Halt. Politische Korrektheit scheint vielerorts aus der Mode zu kommen. Minderheiten und Andersdenkende anzugreifen kein großes Tabu mehr. Gleichgültigkeit vor der äußeren und inneren Not von Menschen geht quer durch alle Schichten der Gesellschaft, und wir scheinen uns daran zu gewöhnen. Wie traurig!
Wie wunderschön dagegen dieser Satz aus dem Alten Testament: Freundliche Reden sind Honigseim, süß für die Seele und heilsam für die Glieder. Welch ein Vergleich:  Freundliche Worte können wie  knusprige Brötchen mit Butter und Honig schmecken, dazu duftender Kaffee an einem sonnigen Morgen. Manch dunkler Schatten der Nacht, mancher Schmerz in den Knochen verschwindet zwar nicht, wird aber
zweitrangig. 

Ein freundliches Wort kann ich nicht mit finsterem Gesicht sagen, und mit einem Lächeln im Gesicht kann ich nicht aggressiv werden. Körper und Seele gehören zusammen: unsere Sprache ist Ausdruck unserer körperlichen und seelischen Verfassung. Schöne Worte und Taten machen denjenigen schöner der sie hört sowie auch den, der sie sagt. Freundliche Worte  tun demjenigen gut der sie sagt und dem, der sie hört.  

Worte sind der Spiegel der Seele; sie sind heilsam und gut. Worte können aufbauen - so hat Gott die Welt durch sein Wort erschaffen.

Ja, ich kann weiterhin meine ehrliche Meinung sagen, aber ohne Hass, sondern freundlich, stets mit der Absicht im Herzen, das Gute zu bewirken. Das kann meine negativen Gefühle verändern und es kann die Welt um mich herum besser machen.

Es grüßt herzlichFreundliche Reden

Ihre Pfarrerin R. Arendt-Wolff