An(ge)dacht

Haben Sie schon mal Bußgeld zahlen müssen? Und sich darüber geärgert? Klar, habe ich auch schon. Bei einem Streit fällt schon mal der Satz: „Das wirst du mir noch büßen!“ Das Wort Buße ist sehr negativ besetzt. Da schwebt immer der Schrecken der Sünde mit und man stellt sich ein Richter vor, der Menschen dazu verurteilt,  zerknirscht über ihre Fehler nachzudenken, sie zu bereuen, um  dann Wiedergutmachung zu betreiben. Kein Wunder, dass wir Buße als etwas Ärgerliches empfinden, geschweige denn dass wir bereit wären, ihr unser ganzes Leben zu widmen, wie Martin Luther es in seiner ersten These gefordert hat. Warum hat Jesus dann gesagt  „Es wird Freude sein vor den Engeln Gottes über jeden Sünder, der Buße tut“? Schaut man genau hin, so ist von einem strengen Richter gar keine Rede, sondern von himmlischer Freude!

Wir denken immer an Buße als Leistung oder als Strafe. Im eigentlichen Sinne bedeutet es aber „Umkehr“ oder „Sinnesänderung“. Als Jesus den Satz sagt, hat er vorher die Geschichte von dem Schaf erzählt, das sich von der Herde entfernt hat und dann wiedergefunden wurde. Was hat das Schaf getan, um zur Herde zurück zu finden? Gar nichts! Es musste noch nicht einmal selbst zurücklaufen, sondern der Hirte nahm es vor Freude auf die Schultern. 

Buße ist, wenn ein Mensch durch den Glauben den richtigen Weg in seinem Leben wiederfindet. Und das ist Gottes Werk. Wenn der Hirte sich auf die beschwer­liche Suche nach dem verlorenen Schaf macht, bis er es findet, dann ist es sein Werk, dass das Schaf umkehrt und zur Herde zurück­kommt! Es ist also ein Geschenk! Die Geschichten Jesu über die Umkehr der Menschen zu Gott sollen uns nicht einschüchtern oder ängstigen, sondern froh machen und Vertrauen schenken.  Sie sagen uns: Gott sucht dich und Gott findet dich auch, verlass dich drauf! Richte dich danach und habe Vertrauen, Gott wird die ent­scheidende Wende in deinem Leben herbei­führen. Und die natürliche Folge daraus sind dann vielleicht Tränen der Reue und Wieder­gutmachung, eine Aussprache und vielleicht aber auch das schon seit langem fällige  Wort der gegenseitigen Vergebung.

Die Buße ist eine grundlegende Änderung des Lebens, ein Leben lang und immer wieder, dass wir „täglich aus der Taufe kriechen“, wie Luther es im Katechismus gesagt hat. Dass ich immer wieder mein Leben aus Gottes Liebe empfange und umkehre von den eigenen Versuchen und Werken, Liebe und Anerkennung zu erlangen, mich durchzusetzen und zu behaupten. Kehrt um! Das heißt: Ändert Euren Sinn! Wer Buße tut, ändert sein Denken und seine Einstellung zum Leben.

So kann das Leben gelingen, und die Engel Gottes freuen sich mit!