An(ge)dacht

Roseli


Wer gibt schon gerne Almosen? „ Es gibt in Deutschland Sozialhilfe! “ - das ist die allgemeine Begründung wenn es darum geht, dem Bettler auf der Straße nichts zu geben. Das mag stimmen, nur könnte man genauso fragen -  Wer nimmt schon gerne Almosen? Almosen geben oder nehmen hat auch etwas mit einem Macht - Gefüge zu tun. Derjenige, der in der Lage ist zu geben, ist oben auf; der, welcher etwas annimmt, ist ganz unten. Der Monatsspruch für Oktober ermutigt, in jedem Fall zu geben, ob man viel hat oder wenig, ob man aus dem Vollen Schöpft, oder ob man selbst arm ist.  Kinder machen es uns vor. Kein Bettler geht leer aus wenn ich mit meinen durch die Straßen einer Großstadt gehe. In einem Märchen verschenkt das Kind alles, was es hat. Einem Hungrigen gibt es sein letztes Brot, einem frierenden Kind die Mütze, dem nächsten das Röckchen, und schließlich gibt es das letzte Hemd. Als Erwachsene frage ich mich: Wann hat sich die Angst in meine Seele eingenistet, ich könnte womöglich nicht genug haben, es könnte nicht reichen, was mir zur Verfügung steht an Geld, Brot, Kleidung und Wärme?  Niemand ist so arm, dass er nichts geben könnte. Aus der Bibel kennen wir die Geschichte der armen Witwe, die zwei Groschen in den Opferkasten des Tempels hineinwirft und Jesus lobt sie, weil sie es ebenso getan hat wie die reichen Leute (Lk 21,1-4). „ Wie es dir möglich ist!“ – Almosen geben ist keine Pflicht, und es gibt sicher hier und da Gründe, es nicht zu tun. Darum verstehe ich den Monatsspruch für Oktober als Ermutigung zur Großzügigkeit – und das hat nicht nur etwas mit Geld zu tun, sondern auch mit Zeit und Aufmerksamkeit, mit Geduld 
und Arbeitskraft, mit  Sinn und Lebendigkeit. 
 
 „ Fürchte dich nicht, aus dem Wenigen Almosen zu geben“. Gut, dass Gott meine Sorgen ernst nimmt. Besser noch: dass er es nicht dabei belässt, sondern mir Mut macht, etwas zu wagen: Verschenke von dem, was du hast, und zwar nicht nur von deinem Überfluss, sondern auch von dem, um das du dich sorgst. Riskiere deinen Reichtum und setz dich selber aufs Spiel.  Einfach ist das nicht. Ich könnte anfangen mit dem, wovon ich mehr als genug habe. Und dann mutiger werden und von dem geben, um das ich mich sorge. Vielleicht erfahre ich: Es ist mehr da als geglaubt. Und es bereichert mich, warmherzig und mitfühlend zu sein. Vielleicht geschieht gar, was sonst nur im Märchen möglich scheint, wo dem Mädchen am Ende glänzende Sterntaler in den Schoß fallen. Vielleicht fliegt auch mir vom Himmel etwas zu, auf das ich gar nicht aus war: Freundschaft oder Furchtlosigkeit, Glück oder Lebenssinn. Es grüßt herzlich Ihre Pfarrerin R. Arendt-Wolff 
  
GKR-Wahl

In den nächsten Tagen findet die  Wahl des neuen Gemeindekirchenrats statt. Elf Kirchenälteste sollen neu gewählt werden in drei Stimmbezirken.  Die Briefwahlunterlagen sind auf dem Weg zu Ihnen und Sie können sie in die angegebenen Briefkäste vor Ort einwerfen. Am 6. Oktober, dem Erntedanktag, besteht die letzte Möglichkeit, in Brücken in der Zeit von 09:00-10:00 Uhr die Wahlunterlagen abzugeben.  Hier nun die Kandidaten für die jeweiligen Bezirke: 
 
- Brücken-Hackpfüffel: (4 KÄ)

Siegfried Osterloh (Brücken)

Benitta Schönau (Brücken)

Brita Schütze (Hackpfüffel)

Brigitte Weitz (Brücken) 
 
- Wallhausen-Hohlstedt: (4 KÄ)

Heide Apel (Hohlstedt)

Udo Härtig (Wallhausen)

Ursula Mahlow (Wallhausen)

Thomas Probst (Hohlstedt)

Christina Schneppe (Wallhausen)

Janet Wiktor (Wallhausen) 
 
- Martinsrieth-Riethnordhausen: (3 KÄ)

Christin Bleuel (Riethnordhausen)

Irma Krieger (Martinsrieth)

Anja Mönch (Riethnordhausen)

Hubert Probst (Martinsrieth)

Gerald Rüdiger (Martinsrieth) 
 

 

Mit herzlichen Grüßen

Ihre Pfrn. Arendt-Wolff