Aktuelles

RoseliLiebe Leserinnen und Leser,

wer hätte gedacht, dass die Jahreslosung 2018 nochmal so aktuell werden würde? „Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst“ (Offb 21,6). Die bedrückende Hitze und der fehlende Regen setzen uns in diesem Jahr zu. Was wir in unseren Gärten im Kleinen sehen, das sieht der
Astronaut von ganz oben ganz groß: Deutschland als trockenes Land, trockene, vergilbte Landschaften, Rauchschwaden von Waldbränden überall in Europa. Wir schauen sehnsüchtig zu den Wolken und hoffen, sie mögen sich zu einem heilsamen Regen zusammenschließen. Der Klimawandel ist in vollem Gang und wir spüren zusammen mit der ganzen Schöpfung um uns
herum, wie lebensnotwendig das Wasser ist und wie bedroht wir sind, wenn wir keinen Zugang dazu haben.  Mich lehrt das demütig zu sein und erinnert mich wieder jeden Tag daran, welche Verantwortung wir zur Bewahrung der Schöpfung Gottes tragen. Auch in der Bibel spielt das Wasser schon eine wichtige Rolle. Das Land, in dem Jesus gelebt hat, ist seit je her ein sehr trockenes, mit einigen wenigen Gewässern und den Jordan als einigen Fluss. Wasser ist überlebenswichtig, darum wundert es nicht, dass Jesus selbst so oft vom Wasser als Element unserer Herkunft spricht, sind wir doch schon im  Mutterleibe im Wasser herangewachsen und bestehen selbst aus mehr als ¾ Wasser.  Wasser ist Leben, Wasser hat mit heil sein zu tun. So heilt Jesus einen Gelähmten am Wasser des Teiches Betesda und als er einen Blinden heilt, sagt er ihm, er soll seine Augen in der Quelle Schiloach waschen.   Jesus hat regelrecht Macht über das Wasser und wenn uns das Wasser bis zum Hals geht, bewährt sich unser Vertrauen. So erscheint Jesus seinen verängstigten Jüngern auf dem Boot indem er über das Wasser geht. Und als Petrus es ihm nachmachen will, versinkt er nach einigen Schritten – sein Vertrauen ist nicht stark genug. 
Wasser ist Leben und hat etwas mit Freude zu tun - denken wir nur an fröhliche Kinder, die im Wasser spielen.  An einer anderen Stelle verwandelt Jesus Wasser in Wein, als dieser bei einer Hochzeitsfeier zu Ende zu geht. So kann das Fest der Freude weitergehen. Nicht zuletzt können wir vom Wasser Vielseitigkeit lernen, denn es hat viele Gestalten. Es erscheint als Quelle, als Bach, als Fluss, als See und Meer. Als Wolke, als Nebel, als Schnee und Eis. Es fließ durch die Adern von Pflanzen und Tieren. Es löst sich auf in der Luft und wird zu unsichtbarer Feuchtigkeit. Es liegt als Tau auf den Gräsern. Es hat also keine bleibende Gestalt. Laut dem Theologen Jörg Zink wandelt sich das Wasser ständig und ist eben durch seine Wandlungsfähigkeit Grundelement des Lebens.  Es erinnert mich, die ich aus dem Wasser und mit dem Wasser lebe, dass ich an dieser Wandlungsfähigkeit teilhaben muss, wenn ich denn leben will. Jeder Tag fordert mich auf einer neuen Art und Weise, in einer neuen Gestalt -
und ich gehe mit in dem  großen Spiel der Wandlungen. Ich muss einmal zur Wolke werden und frei über das Land reisen. Ich muss das andere Mal herabregnen und zur Pfütze in irgendeiner Ackerfurche werden. Ich muss mich reinigen lassen wie das Wasser in der Tiefe der Erde. Ich muss fließen und ruhen und wieder ans Licht kommen.  Ich muss andere Wege finden wo mein Weg versperrt ist. Manchmal muss ich auch überlaufen, überschäumen oder mich mit anderen Wasserläufen zusammenschließen um Hindernisse zu überwinden.  Woher kommt die Kraft dazu? „Alle meine Quellen entspringen in dir, guter Gott! Du bist das Wasser, das mich tränkt und meine Sehnsucht stillt! Du bist die Kraft, die Leben schenkt, eine Quelle, welche nie versiegt. Ströme von lebendigem Wasser brechen hervor“. Einen gesegneten Restsommer und einen goldenen Herbst wünsche ich Ihnen, verbunden mit Quellen lebendigen Wassers, die unsere Vorräte wieder auffüllen.

Ihre Pfarrerin R. Arendt-Wolff

Sprechzeiten im Pfarramt Brücken

 

Dienstag  16:00 - 17:00 Uhr – oder nach Vereinbarung