Aktuelles

RoseliLiebe Leserinnen und Leser!

Unaufhaltsam und zuverlässig kommt  Weihnachten auf uns zu, wie jedes Jahr. Zeichen davon ist auch die Tatsache, dass Sie diese Weihnachtsausgabe der „Brücke“ in Händen halten.  Mit der kostenlosen Verteilung des Gemeindebriefes an alle Haushalte in Wallhausen, Brücken, Hohlstedt, Hackpfüffel, Martinsrieth und Riethnordhausen wollen wir Ihnen, wie schon in den vergangenen Jahren, einen herzlichen Weihnachtsgruß zukommen lassen. Dazu möchten wir Sie natürlich über die Aktivitäten und Termine in den kommenden Wochen informieren und herzlich zu den Gottesdiensten einladen. Weihnachten ist ein Fest für alle Sinne. Was ist aber der Sinn dieses Festes? Für die meisten Menschen, große wie kleine, ist Weihnachten ein Fest der Freude. Darum wünschen wir einander ja immer „fröhliche“ Weihnachten, was ja auch dem biblischen Sinn entspricht. Aber die Bibel  kennt  noch eine Steigerung davon, nämlich das „hocherfreut“ sein. Und wie kann das gehen, hocherfreut zu sein? Ganz einfach: man muss auf den Stern schauen. So erging es jedenfalls den Weisen aus dem Morgenland: „Als sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut“. Hocherfreut sein – das ist die ursprüngliche Botschaft von Weihnachten. Ob dieser Zustand aber im Trubel der Weihnachtseinkäufe und der Weihnachtsmärkte oder bei der Bescherung erreicht wird? Sicher gehören die heimelige Stimmung, die Gerüche, bestimmte Traditionen und die materiellen Dinge dazu, und wir dürfen das alles in Vorfreude auf das Fest schon genießen. Aber ist diese Freude auch bleibend? Oder verblasst sie schon mit dem Geschenkpapier, das man zerknüllt in die Ecke wirft? Was gehört zur eigentlichen, dauerhaften Freude dazu? Damals reichte ein Stern – na ja, eigentlich nicht der Stern allein, denn er war ja mit einem besonderen Ereignis verknüpft: Jesu Geburt, und die Hoffnung, dass jetzt alles nicht nur anders, sondern besser wird. Dauerhaft besser. Denn mit dem Stern verbunden war die Erfüllung alter Aussagen, dass mit der Geburt eines neuen, wunderbaren „Königs“ eine neue Zeit für alle Menschen auf Erden anbrechen würde.

Mit dem Stern als Wegweiser war also nicht nur die Freude, sondern auch die Hoffnung verbunden. Aber der Stern  lag nicht einfach so da rum und wartete darauf, ausgepackt zu werden, sondern er musste gesucht werden. Es gab die frohe Botschaft, dass ein neuer König, ein Retter kommen wird. Aber auch dieser stand nicht einfach vor der Tür. Die Weisen suchten zuerst nach den Zeichen, und machten sich dann auf den Weg. So mundgerecht und angepasst, wie wir heute Weihnachten serviert bekommen, mit den genau nach Beschreibung bestellten Geschenken unter dem Weihnachtsbaum, ist Weihnachten eben doch nicht. Sondern die richtige Freude muss gesucht werden. So wie vieles im Leben, muss man etwas dafür tun. Zwar müssen wir nicht eine beschwerliche Reise zum Christkind zurücklegen, so wie die Weisen aus dem Morgenland, aber einige Hindernisse sind auch für
uns aufgebaut. Manchmal braucht es eine Reise zu uns selbst, zum Tiefsten unserer Seele. Manchmal brauch es Veränderungen, Brüche mit alten Gewohnheiten. Manchmal müssen wir dafür unsere Komfortzone verlassen und auf die Suche nach dem Kind gehen.  Und dann: Dem Kind zu begegnen, sich bei Gott einzufinden, hat auch Konsequenzen. Hocherfreut sein heißt nicht nur, Freude zu empfangen und zu empfinden. Es heißt auch, Freude zu teilen und zu ermöglichen, für sich und für andere.  Manchmal kann das Ganze auch ein beschwerlicher Weg sein, aber am Ende lohnt es sich, denn: „Als sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut“. Ich wünsche, dass Sie dieser Freude begegnen und sie sich im Herzen bewahren, dass sie ausreichend ist für das ganze neue Jahr!

Ihre Pfarrerin Roseli Arendt-Wolff
 

 

Sprechzeiten im Pfarramt Brücken

 

Dienstag  16:00 - 17:00 Uhr – oder nach Vereinbarung