Aktuelles

Pfr. Dirk Sterzik

Liebe Gemeinde,
langsam rückt es näher, das Weihnachtsfest. Wir sind im Advent. In der Zeit, in der das Warten auf die Geburt Jesus im Mittelpunkt steht. In der Zeit, in der wir auf seine Ankunft hoffen. In der Zeit, in der wir uns jedes Jahr aufs Neue vorneh-
men, es ruhiger und besinnlicher angehen zu lassen. Dieses Mal werden wir uns nicht aus der Ruhe bringen lassen,
sondern uns aufs Wesentliche konzentrieren, Zeit verleben ohne Stress und Druck. Aber dann? Dann wird es doch alles
wieder anders. Schließlich kann man ja auch erst zur Ruhe kommen, wenn das ganze Weihnachtsvorbereitungspensum geschafft ist. Und da gibt es doch noch so unendlich viel zu erledigen: die Wohnung oder das Haus dekorieren, Plätzchen backen, Geschenke besorgen, putzen, aufräumen, einkaufen, Weihnachtsbaum aussuchen und so vieles mehr. Da bleibt kaum Zeit zum Luftholen, zum freudigen Erwarten auf das, was Gott uns schenken will. Eine Geschichte erzählt folgendes:
Ein Mann erfuhr, dass Gott zu ihm kommen wollte. „Zu mir?“ schrie er. „In mein Haus?“ Er rannte hektisch durch alle Zimmer, er lief die Stiegen auf und ab, er kletterte zum Dachboden hinauf, er stieg in den Keller hinunter. Er sah sein Haus mit anderen Augen.

 

„Unmöglich!“ schrie er. „Wie es hier aussieht. So kann ich Gott nicht empfangen! Was soll er bloß von mir denken? Nein, nein, nein, das ist ja furchtbar!“ Immer mehr wurde dem Mann bewusst, dass er in diesem Zustand Gott auf keinen Fall die Tür öffnen konnte. „In diesem Sauhaufen kann man keinen Besuch empfangen. Alles verdreckt. Alles voller Gerümpel. Kein Platz zum Ausruhen. Keine Luft zum Atmen.“ Er riss Fenster und Türen auf. „Brüder! Freunde!“ rief er. „Helft mir aufräumen – irgendeiner! Aber schnell!“ Er begann, sein Haus zu kehren. Durch dicke Staubwolken sah er, dass ihm einer zur Hilfe gekommen war. Sie schleppten das Gerümpel vors Haus, schlugen es klein und verbrannten es.
Sie schrubbten Stiegen und Böden. Sie brauchten viele Kübel Wasser, um die Fenster zu putzen. Und immer noch klebte der Dreck an allen Ecken und Enden. „Das schaffen wir nie!“ schnaufte der Mann. „Das schaffen wir!“ sagte der andere. Sie plagten sich den ganzen Tag. Als es
Abend geworden war, gingen sie in die Küche und deckten den Tisch. „So“, sagte der Mann, „jetzt kann er kommen, mein Besuch! Jetzt kann Gott kommen. Wo er nur bleibt?“ „Aber ich bin ja da!“ sagte der andere und setzte sich an den Tisch. „Komm und iss mit mir!“

 

Liebe Gemeinde,
Gott kommt zu Besuch! Ist das nicht eine tolle Aussicht? Wer von uns hätte nicht auch geschaut, ob denn alles schön geputzt und hergerichtet ist für einen solch hohen Besuch. Gott soll uns ja schließlich von unserer besten Seite sehen. Da kann man nichts dem Zufall überlassen. Da muss es glänzen und blinken! Und nun? Nun kann er kommen. Wo er nur bleibt? Vor lauter Hektik erkennen wir ihn nicht! Wir verstellen unseren Blick auf Gott mit all den vielen Dingen, die uns ach so wichtig erscheinen. Sicherlich werden wir unsere Vorbereitungen auch in die

sem Jahr treffen. Aber vielleicht in einer etwas entschleunigteren Variante. Gott will bei uns sein! Er braucht keine perfekte Kulisse, um sich wohl zu fühlen! Er braucht kein vollkommenes Fest! Er kommt zu uns und sagt: „Ich komme zu euch! Ich bin bei euch! Ich gehe mit euch!“ Er kennt uns mit allen unseren hellen und dunklen Seiten. Und trotzdem kommt er! Gerade im Advent! Einfach so! Ohne Bedingungen! Öffnen wir unsere Augen und Herzen, um ihn zu empfangen!

Bleiben Sie gesund und behütet! 

Herzlichst, Ihr
Pfarrer Dirk Sterzik 
Manchmal stillstehen dürfen.

 

 

 

 

 

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